Armut

Fast 1 Million der 2,7 Millionen Mongolen leben in ärmsten Verhältnissen. Offiziell liegt die Arbeitslosigkeit bei gerade mal 3 bis 4 Prozent, tatsächlich sind es über 25 Prozent. Viele verdienen ihren Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs, Saisonarbeit und Schwarzarbeit. Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei etwa 300 000 Tugrik, das entspricht derzeit 225 CHF/160 Euro. Die Armutsgrenze liegt bei einem Einkommen pro Familie bei 100000 Tugrik, ungefähr 75 CHF/55 Euro. In den letzten Jahren sind alle Preise stark gestiegen. Die Preise schwanken sehr stark je nach Jahreszeit, Verfügbarkeit und festlichen Anlässen. So steigen die Preise zum mongolischen Neujahrsfest um zum Teil 50 Prozent. Geht man von einer Familie aus die gerade so an der Armutsgrenze lebt müssen sie für ein Brot fast 1 Prozent von ihrem Einkommen ausgeben, für 1 kg Fleisch 3-4 Prozent. Die meisten Familien leben in bescheidenen Verhältnisen. Wasser musst meist mit Kanistern vom Brunnen geholt werden, geheizt wird mit gesammelten Dung oder Fallholz aus den Wäldern oder teuer erstandener Kohle oder Holz aus einfachsten Metallöfen. Wer es sich leisten kann hat Stromanschluss, einen Fernseher und ein Handy. Seit einigen Jahren wird Kindergeld vom Staat für die Kinder bezahlt. So erhält man pro Monat 3000 Tugrik, 2,20 CHF/ 1,60 Euro, und vierteljährlich 25 000 Tugrik, fast 19 CHF/ 13 Euro. Gerade Waisen, Alleinstehende mit ihren Kindern, Behinderte, Rentner/innen und Haushalte mit mehr als 4 Kindern und Kleinstviehhalter in abgelegenen Gebieten sind am meisten armutsgefährdet.

Die Mongolen haben gelernt zu kämpfen und haben überlebensstrategien entwickelt, die leider nicht immer sehr sozial sind. Der Familiensinn ist gross und innerhalb der Familie und Freunden wird unterstützt und geholfen. Doch ausserhalb dieser Strukturen gilt das Gesetz des Stärkeren und des Schlaueren und Korrupteren.

Durch die sehr trockenen Sommer und die extrem kalten Winter verlieren viele Nomaden auf dem Land einen grossen Teil ihres Viehbestandes. Dies und auch die Illusion von einem modernen Leben liess und lässt viele Mongolen in die Städte, hauptsächlich in die Hauptstadt Ulanbaatar abwandern. Mittlerweile leben in und um Ulanbaatar mehr als eine Million Menschen. Weniger als die Hälfte der Mongolen leben heute noch als Nomaden.

Die Mongolei

 

Die Mongolei ist ein sehr dünn besiedeltes Land in Zentralasien mit Steppen, Hochgebirgen und Wüstenanteilen. Die mittlere Landeshöhe liegt bei 1500 m üM. Das trockene Kontinentalklima beschert durchschnittliche Tagestemperaturen von + 20 Grad im Sommer und -25 Grad im Winter. Im Winter kann es bis zu -50 Grad kalt werden.

Von den 2,7 Millionen Landeseinwohnern leben ca. eine Million in der Hauptstadt Ulanbaator. Weniger als die Hälfte der Mongolen leben heute noch als Nomaden. Durch niederschlagsarme Jahre, Überweidung, zunehmende Landwirtschaft und Entwaldung sind weite Teile des Landes von Wüstenbildung betroffen. In den Städten verursachen Kohlekraftwerke, die Feuerung mit Holz und Kohle in einfachen Öfen ohne Rauchgasreiniger, sowie viele alte Autos eine sehr hohe Luftverschmutzung.

Schulbildung ist für die Mongolen sehr wichtig. Die Analphabetenquote ist sehr gering. Ehrungen mit Urkunden und Medalien machen stolz.

Hauptwirtschaftszweige sind die Viehzucht, hauptsächlich mit Ziegen, Schafen, Pferden, Yaks und Kamelen, und der Bergbau, mit den Bodenschätzen wie Kohle, Kupfer, Gold. Die Mongolei ist im hohen Masse wirtschaftlich von den Nachbarländern Russland und China abhängig.

 

Die Stadt Gatschurt, viele meiner Hilfsfamilien leben hier

Gatschurt ist eine Kleinstadt mit umliegenden Dörfern und Siedlungen am östlichsten Rand von Ulanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei.

Sie liegt am Fluss Tuul und grenzt unmittelbar an den Nationalpark Terelj.

In Gatschurt wohnen 1800 Familien, das entspricht 6800 Einwohnern. Davon leben 60 % unter der Armutsgrenze. Die Armutsgrenze in der Mongolei liegt bei einem Familieneinkommen von unter 100 000 Tugrik (ca. 75 sFr). Gatschurt ist eine ländliche Gegend, wo früher viel Landwirtschaft betrieben wurde. Heute stehen viele Landwirtschaftsbetriebe leer und verlassen da. Sonst gibt es keine Industrie und kaum Handwerksbetriebe. Alles richtet sich stark nach der Hauptstadt Ulanbaatar aus.

10 % der Bevölkerung sind Rentner. In 343 Familien leben nur Vater oder Mutter mit ihren Kindern zusammen. Insgesamt 148 Halbwaisen bzw. Waisenkinder leben in Gatschurt. (Stand 2008)

Weitere Informationen und Tips erhalten Sie auf

www.mongolei.de + Wikipedia Mongolei

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